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„Mit jedem Menschen ist
etwas Neues in die Welt
gesetzt, was es noch nicht
gegeben hat, etwas Erstes
und Einziges.“

Martin Buber (1878-1965),
jüd. Religionsforscher u. -philosoph

Pränataldiagnostik DEGUM II

Die Zeit der Schwangerschaft ist eine spannende und erwartungsvolle Zeit mit viel Freude und intensiven Erfahrungen. Es kommen viele neue Dinge auf Sie zu, und es stellen sich viele Fragen zu der Entwicklung Ihres Kindes. Zu diesem ganz besonderen Ereignis Ihres Lebens fragen Sie sich:

“Was kann ich tun, damit mein Kind gesund zur Welt kommt?”

Mit dieser Information möchte ich Ihnen wissenswerte Erklärungen und praktische Hinweise an die Hand geben, die Sie über den Ablauf Ihrer Schwangerschaftsbetreuung in unserer Praxis aufklären.

Die gesetzlich vorgegebenen Mutterschaftsrichtlinien bieten Ihnen ein breites Angebot für medizinisch notwendige Leistungen. Dieses Vorsorgeprogramm nützt Ihnen und Ihrem Baby allerdings nur dann, wenn Sie es regelmäßig in Anspruch nehmen. Kontinuierliche Untersuchungen sind die Voraussetzung dafür, Schwangerschaftrisiken so schnell wie möglich zu erkennen und zu behandeln.

Darüber hinaus können jedoch weitere Untersuchungen und Maßnahmen sinnvoll und wünschenswert sein. Dadurch können wir Ihrem Wunsch nach Risikoreduktion nachkommen..

Mutterschaftsrichtlinien

Nachdem ich bei Ihnen eine Schwangerschaft festgestellt habe, erfolgen nun eine Reihe von Untersuchungen.

Frauenärztliche Untersuchung

Diese wird zunächst in ca. 4-wöchigem Abstand und später, angepasst an den Schwangerschaftsverlauf, in kürzeren Intervallen durchgeführt. Bei der Erstuntersuchung erfolgt neben einer ausführlichen Anamnese die Untersuchung von Scheide und der Gebärmutter. Hierbei wird ein Abstrich aus dem Gebärmutterhals entnommen und auf Chlamydien (eine spezielle Art von Bakterien) untersucht, da eine Chlamydieninfektion den Verlauf Ihrer Schwangerschaft ungünstig beeinflussen kann.

Die folgenden Untersuchungen werden im Rahmen der Routine bei den weiteren Vorsorgeterminen durchgeführt:

Blutdruckmessung
Urinuntersuchung
Gewichtskontrolle
Hämoglobinbestimmung Eisenwert, abhängig vom letzten Befund

Blutuntersuchungen

Zu Beginn erfolgen die Bestimmung der Blutgruppe und des Rhesusfaktors sowie die Durchführung eines Antikörpersuchtestes, um gegebenenfalls eine Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Ihnen und Ihrem Kind frühzeitig festzustellen. Dieser Antikörpersuchtest wird zwischen der 24. und 28. SSW. wiederholt. Falls bei Ihnen das Blutgruppenmerkmal“rhesus negativ” festgestellt wurde, erhalten Sie zwischen der 28. und 30. SSW. eine Spritze, um einer möglichen Unverträglichkeit vorzubeugen. Gesetzlich vorgeschrieben sind ferner ein Suchtest auf Geschlechtskrankheiten und eine Rötelnantikörperbestimmung. Diese ist wichtig, da eine Infektion mit dem Rötelnvirus in der Schwangerschaft zu Missbildungen bei Ihrem Kind führen kann. Ich möchte Ihnen empfehlen, zusätzlich auch eine Untersuchung auf HIV (AIDS Virus) durchführen zu lassen.

Nach der 32. SSW. wird nochmals eine Blutentnahme durchgeführt, die eine möglich bestehende Infektion mit dem Hepatitis B Virus aufdecken soll. Eine solche bestehende Infektion könnte unter der Geburt zu einer Ansteckung Ihres Kindes führen.

Ultraschall Untersuchungen nach DEGUM II

Die 1977 gegründete Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) mit Sitz in Bonn stellt ein Forum für den wissenschaftlichen und praktischen Erfahrungsaustausch auf dem Gebiet der medizinischen Ultraschallanwendungen dar. Sie vereint Ärzte verschiedener Fachgebiete, medizinische Assistenzberufe, Naturwissenschaftler und Techniker. Mit mehr als 9000 Mitgliedern gehört sie zu den größten medizinisch-wissenschaftlichen Gesellschaften in Deutschland und zu den größten Ultraschallgesellschaften weltweit.

Die weiterführende sonographische Diagnostik gemäß der DEGUM Stufe II dient schwerpunktmäßig der Erkennung fetaler Entwicklungsstörungen. Die frühzeitige pränatale Diagnose fetaler Erkrankungen, Entwicklungsstörungen und Fehlbildungen führt in vielen Fällen zu einer Senkung der perinatalen Sterblichkeit.

Die DEGUM gewährleistet durch seine strengen Qualitätsanforderungen an Untersucher und Gerätetechnik, dass ein flächendeckendes Screening in ausreichender Qualität durchgeführt werden kann, und auffällige Befunde durch speziell ausgebildete und qualifizierte Untersucher (ab Stufe II) weiter abgeklärt werden. Regelmäßige Rezertifizierungen sichern die Qualität unserer Ultraschall-Diagnosen.

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Drei Mal während der Schwangerschaft ist eine Beurteilung der kindlichen Entwicklung per Ultraschall vorgesehen (das sogenannte Screening).

1. Screening: 9. bis 12. Schwangerschaftswoche

2. Screening: 19. bis 22. Schwangerschaftswoche

3. Screening: 29. bis 32. Schwangerschaftswoche

Mit der Hilfe dieser Ultraschalluntersuchungen können in vielen Fällen eventuelle Entwicklungsstörungen des Kindes frühzeitig erkannt werden, um gegebenenfalls eine entsprechende Diagnostik oder Therapie einleiten zu können. Hierbei sehen auch die Mutterschaftsrichtlinien weitere medizinisch begründete Untersuchungen vor.

Erweitertes Spektrum

Nachfolgend möchte ich Ihnen eine weitere Ultraschalluntersuchung erläutern, die ich für sinnvoll erachte. Die Kosten hierfür müssten jedoch von Ihnen persönlich getragen werden.

1. Zusätzlicher Ultraschall in der 12. bis 13. Schwangerschaftswoche Messung der kindlichen Nackentransparenz

Die Möglichkeiten der modernen Medizin können das Risiko ein behindertes Kind zu bekommen, deutlich reduzieren. Das Risiko ein chromosomal geschädigtes Kind zu bekommen ist sehr gering, besteht jedoch bei jeden Schwangeren und nimmt mit dem Alter
der Mutter deutlich zu. Die häufigste Chromosomenstörung ist das Down Syndrom, auch Mongolismus genannt.

Die Bestimmung der Nackentransparenz ist eine spezielle Ultraschalluntersuchung, die mit zusätzlichen Blutests kombiniert werden kann. Diese Untersuchung kann nur zwischen dem Beginn der 12. und dem Ende 13. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Diese spezielle Untersuchung macht es möglich, das Risiko für Trisomie 21 (Down Syndrom “Mongolismus”) einzuschätzen. Bei einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen der genannten Erkrankung kann die festgestellte Risikoerhöhung durch weiter Maßnahmen (Fruchtwasseruntersuchung) näher abgeklärt werden.

Die in London ansässige “Fetal Medicine Foundation” hat anhand einer Studie mit über
100.000 Schwangeren ein Programm entwickelt, mit dem das Risiko ermittelt wird. Diese Methode der Risikoberechnung ist anderen Verfahren, wie z.B. dem Tripple Test (hierbei erfolgt die Risikoermittlung anhand von einem Bluttest in der 16. bis 18. Schwangerschaftswoche) überlegen.

Ich nehme an der Studie teil und benutze das Computerprogramm der “Fetal Medicine Fundation”, das den Teilnehmern nach entsprechender Ausbildung und unter ständiger Qualitätskontrolle zur Verfügung gestellt wird.

Ich bin gerne bereit, außerhalb der regulären Schwangerenvorsorge auf Ihren ausdrücklichen Wunsch hin, diese zusätzliche Untersuchung durchzuführen. Die Kosten von € 122,40 werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen und müssen von Ihnen getragen werden. Die zusätzliche Blutuntersuchung würde die Treffsicherheit des Tests um ca. 5% erhöhen, die damit verbundenen Laborkosten betragen € 55,96.

Wenn Sie Interesse an dieser Untersuchung haben, stehen Ihnen mein Praxisteam und ich natürlich jederzeit gerne für weitere Fragen zur Verfügung.