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Abrasio (Ausschabung)

Eine Ausschabung kann bei unregelmäßigen und extrem starken Regelblutungen, Zwischenblutungen und Blutungen nach den Wechseljahren helfen. Sie ist auf jeden Fall angezeigt, wenn die Gebärmutterschleimhaut im Ultraschall auffällig oder krankhaft verändert erscheint. Da der Gebärmutterhals für eine Ausschabung auf mehrere Zentimeter aufgeweitet werden muss, erfolgt der Eingriff meist unter Vollnarkose.

Die entfernte Schleimhaut wird im Labor feingeweblich untersucht. Sie gibt Hinweise auf die Ursache der Blutung und/oder etwaige bösartige Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut.

Adnexitis (Eileiterentzündung)

Eine Adnexitis, eine Entzündung von Eileiter und Eierstock, tritt überwiegend in Folge einer Scheidenentzündung auf. Die Erkrankung beginnt plötzlich mit starken Unterbauchschmerzen, Fieber und ausgeprägtem Krankheitsgefühl. Es besteht die Gefahr einer bleibenden Unfruchtbarkeit. Wird schnell behandelt, können sowohl akute Komplikationen wie der Übergang in ein chronisches Stadium verhindert werden und die operative Therapie vermieden.

Sind Eierstock und Eileiter entzündet, spricht man von einer Adnexitis. Ist nur der Eileiter betroffen, handelt es sich um eine Salpingitis. Eine isolierte Entzündung des Eierstockes wird als Oophoritis bezeichnet. Vorwiegend erkranken Frauen zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr. Sie ist die häufigste, schwere Infektionskrankheit von Mädchen und Frauen in dieser Altersgruppe. Vor der Pubertät sowie nach der Menopause ist eine Adnexitis sehr selten. Die Entstehung einer Adnexitis vor dem ersten Geschlechtsverkehr ist so gut wie ausgeschlossen.

Amenorrhoe (Ausbleiben der Regelblutung)

Menstruationsstörungen werden auch Blutungs- oder Zyklusstörungen
oder Blutungsanomalien genannt. Menstruationsstörungen, auch Blutungs- oder Zyklusstörungen oder Blutungsanomalien genannt, gelten als „Abweichungen” von einer normalen, regelmäßigen Menstruationsblutung. Die Ausprägung kann dabei sehr unterschiedlich sein: Bei den so genannten Regeltempostörungen schwanken die Intervalle zwischen den Blutungen (zu häufige oder zu seltene Blutungen). Sind die Blutungen selbst jenseits der „Norm”, also zu stark, zu schwach, zu lang oder zu kurz, dann ist folglich das Blutungsmuster verändert. Man spricht von Regeltypusstörungen. Weiterhin kann die Regel komplett ausbleiben, sehr unregelmäßig sein, lange anhalten oder es können Zusatzblutungen auftreten. Für die zahlreichen Ausprägungen von Menstruationsstörungen gibt es auch mannigfaltige Ursachen. Hinter Blutungsstörungen können die verschiedensten organischen oder hormonellen Faktoren stehen, z. B. Erkrankungen der Geschlechtsorgane (Myome, Polypen, Gebärmutter- oder Scheidenkrebs), Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse, Diabetes oder Leber- und Nierenerkrankungen. Ebenso beeinflussen Klimaumstellungen, Über- oder Mangelernährung sowie Leistungssport den Hormonhaushalt und sich so auf die Menstruation auswirken. Häufig sind die Gründe für Blutungsstörungen auch im Bereich der Psyche zu finden: Im Zyklusgeschehen spiegelt sich vielfach das seelische Befinden wider. Stress, Konflikte in der Partnerschaft und im Sexualleben oder ein unerfüllter Kinderwunsch – all das kann zum Tragen kommen.

Zur Behandlung von Blutungsstörungen stehen zunächst verschiedene Medikamente zur Verfügung. Das behandelt die Symptome, nicht jedoch die Ursachen. Um Blutungsstörungen dauerhaft zu beheben, müssen die Auslöser für die Unregelmäßigkeiten im Menstruationszyklus erkannt und therapiert werden.

Abstrich

Entnahme von Untersuchungsmaterial von Haut- und Schleimhautoberflächen wie z.B. Schuppen, Sekret, etc. zur mikrobiologischen und zytologischen Diagnostik.

Anorexia nervosa

Ob sie einem gesellschaftlichen Schönheitsideal nacheifern oder mit den Veränderungen ihres Körpers nicht zurechtkommen – mit harmlosen Diäten fängt es bei den meisten Betroffenen an: Rund 800.000 Menschen in Deutschland leiden an Magersucht (Anorexia nervosa). 95% von ihnen sind weiblich und die meisten zwischen 15 und 25 Jahre alt, nur 5% der Magersüchtigen sind Jungen oder Männer.

Beinahe zwei Drittel der Deutschen haben bereits als Teenager Erfahrung mit Diäten gemacht. Das Erfolgserlebnis, dem eigenen Körper etwas abringen zu können – hier sind es Kilos – steigert das Selbstwertgefühl. Für die Magersüchtigen wird das Thema Abnehmen zum einzigen Lebensinhalt. Sie unterdrücken ihren Hunger, treiben übermäßig viel Sport und helfen manchmal sogar mit Abführmitteln oder Appetitzüglern nach. Lebensgefährlich wird es, wenn sie den Blick für die Realität verlieren und weiter hungern, obwohl sie offensichtlich schon unterernährt sind.

Magersüchtige zeigen oft ähnliche Charaktereigenschaften: Sie sind introvertiert und extrem harmoniebedürftig, aber auch sehr ehrgeizig und perfektionistisch. Sie verfolgen hartnäckig ihre Ziele, sind fleißig und oft sehr intelligent. Studien weisen darauf hin, dass die Veranlagung zur Magersucht erblich sein könnte.

Anämie

Durch Anämie = Eisenmangel wird die Produktion des roten Blutfarbstoffes, des Hämoglobins, gestört. Er ist der Hauptbestandteil der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Die Folgen sind Müdigkeit, Infektanfälligkeit und verminderte körperliche Leistungsfähigkeit.

Es wird geschätzt, dass ungefähr 25% der Weltbevölkerung unter Eisenmangel leiden. Überwiegend sind Frauen im gebärfähigen Alter davon betroffen. In Europa sind es ca. 10%, in den Entwicklungsländern bis zu 50%. Ein erhöhter Eisenbedarf wird bei Frauen besonders durch Menstruation, Schwangerschaft und Stillperiode hervorgerufen. Nur ein geringer Prozentsatz von Männern (ca. 3%) leidet an Eisenmangel.

Der tägliche Eisenverbrauch beträgt bei Männern ca. 1mg, bei menstruierenden Frauen 2mg und bei Schwangeren bis zu 3mg.

Ausfluß

Was ist Scheidenausfluss? Die Vagina wird von Mikroorganismen (Döderlein-Flora) besiedelt. Ein veränderter Ausfluss und vielfach Juckreiz sind die Symptome aller Entzündungen der Scheide. Je nach Erreger nimmt dieser eine wässrige, schleimige, eitrige, schaumige, krümelige oder blutige Konsistenz an und ist z. B. bei der bakterielle Vaginose durch einen strengen, fischartigen Geruch gekennzeichnet. Da die Frau diese Veränderungen selbst nicht beurteilen kann und auch ernst zu nehmende Krankheit dahinter stecken können, sollte sie umgehend ihren behandelnden Frauenarzt zu Rate ziehen.

Ein wenig Ausfluss (Fluor genitalis, Fluor vaginalis) aus der Scheide ist keineswegs etwas Ungewöhnliches – er kommt bei jeder Frau vor. Die tägliche Sekretabsonderung ist Teil der normalen weiblichen Körperfunktion. In welchen Mengen sie auftritt, ist von Frau zu Frau verschieden. Daneben verändert sich die Ausflussmenge im Laufe des Zyklus. Kurz vor dem Eisprung, in der Zyklusmitte, wird mehr Sekret produziert, ebenso wie vor dem Einsetzen der Regelblutung. Dies ist auf den Einfluss des weiblichen Sexualhormons Östrogen zurückzuführen. Vorübergehend können auch Stress oder Erregung zu einem vermehrten Ausfluss führen.

Der normale Ausfluss ist weißlich und geruchlos und wird deshalb auch als Weißfluss (Fluor albus) bezeichnet. Das Sekret besteht aus einer Flüssigkeit des Gebärmutterhalses und der Schleimhautzellen der Scheide. Es schützt die Vagina vor Krankheitserregern und verhindert das Eindringen von Spermien in eine unvorbereitete Gebärmutter. Die Schutzfunktion entsteht in erster Linie durch eine große Anzahl an Milchsäurebakterien, die ein saures Milieu erzeugen und so Krankheitserreger an der Vermehrung hindern.

Wird dieses Milieu gestört, können einige Mikroorganismen (Bakterien, Viren, Pilze u.a.) überhand nehmen und Scheidenentzündungen oder Geschlechtskrankheiten zur Folge haben. Die Scheidenentzündung (Kolpitis, Vaginitis) stellt den Oberbegriff für eine Infektion durch verschiedenste Erreger dar. Die häufigsten Erkrankungen sind die bakterielle Scheidenentzündung, z. B. die bakterielle Vaginose oder die Trichomoniasis, und die Pilzinfektion (Kandidiasis/Candidose). Je nach Erreger können schwere Krankheiten wie eine Gonorrhö oder die seltene Tuberkulose die Folge sein.

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