• bg

<< zurück zur Übersicht

Gebärmutterentzündung

Entzündungen der Gebärmutter können entweder die gesamte Gebärmutter oder nur einzelne Teile betreffen. Man unterscheidet deswegen in Entzündungen des Gebärmutterhalses (Zervizitis), der Gebärmutterschleimhaut, der Gebärmuttermuskelschicht (Myometritis), der äußeren Gebärmutterschicht (Perimetritis), der gesamten Gebärmutter (Metritis) und der Bänder, die die Gebärmutter halten.

Eine Gebärmutterentzündung entsteht meist durch das Aufsteigen von Bakterien aus der Scheide. Häufig betroffen sind Frauen kurz nach der Geburt eines Kindes; aber auch außerhalb des Wochenbetts können verschiedene Ursachen Gebärmutterentzündungen auslösen.

Die Beschwerden sind sehr unterschiedlich: Schmerzen im Unterbauch, auch in Kombination mit Fieber, veränderter Ausfluss oder Blutungsunregelmäßigkeiten.

Gebärmutterhalskrebs

Der Gebärmutterhals ist die Verbindung zwischen Gebärmutter und Scheide. Dort kann das so genannte Zervixkarzinom entstehen. Voraussetzung dafür ist eine Ansteckung und langjährige Infektion mit krebsauslösenden Humanen Papillomviren (HPV). Inzwischen gibt es eine HPV-Impfung, die das Erkrankungsrisiko deutlich reduziert.

In Deutschland gibt es ein Früherkennungsprogramm, der so genannte Pap-Abstrich, an dem leider nur jede zweite Frau regelmäßig teilnimmt. Jährlich erkranken in Deutschland ca. 6000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs – etwa 2000 sterben pro Jahr an seinen Folgen. 80 Prozent treten bei Frauen auf, die die Früherkennungsuntersuchung nicht wahrgenommen haben.

Gebärmuttersenkung

Von Scheiden- oder Gebärmuttersenkung spricht man, wenn Scheide oder Gebärmutter tiefer in das kleine Becken eintreten als es ihrer natürlichen Beweglichkeit entspricht. Die beiden Organe können sich dabei getrennt oder gemeinsam absenken. Durch den aufrechten Gang zieht die Schwerkraft besonders an den inneren Geschlechtsorganen, die durch einen Bänderapparat im Becken festgehalten werden. Mit der Zeit und durch die fortwährende Belastung geben diese Bänder nach.

Aber auch bei jungen Frauen kann es zu einer Senkung kommen, wenn sie unter einem schwachen Bindegewebe leiden und die Beckenbodenmuskulatur nicht ausreichend trainiert ist. Die Senkung kann auch vorübergehend auftreten und sich wieder zurückbilden (z. B. nach einer Geburt).

Nicht immer löst eine Scheidensenkung Beschwerden aus. Im schlimmsten Fall jedoch rutscht die Gebärmutter teilweise oder ganz aus der Scheide (Uterusprolaps).

Genital Herpes

Herpes genitalis (Genitalherpes) wird von dem Herpes-simplex-Virus 2 (HSV2) hervorgerufen. Herpesviren verbleiben nach einer Ansteckung lebenslang im Körper. Ist das Immunsystem des Körpers beispielsweise durch eine Erkältung oder eine andere Infektion geschwächt, oder werden die infizierten Nerven gereizt, z. B. durch starke Sonneneinstrahlung oder hormonelle Schwankungen, können die Viren immer wieder entlang der Nervenzellen zur Hautoberfläche wandern. Dort verursachen sie in unregelmäßigen Abständen die typischen Bläschen. Man nennt diesen Vorgang Reaktivierung.

Die erste Ansteckung mit HSV2 verläuft meist schwer – die Ansteckung mit HSV2 erfolgt hauptsächlich ab dem Beginn der Pubertät, also mit dem Beginn intimer Kontakte. Reaktivierungen des Virus sind beim genitalen Typ mit bis zu 12 Erkrankungen im Jahr häufiger als beim labialen Herpes (Lippenbläschen).

Herpesviren werden durch Schmierinfektion übertragen. Die Viren treten aus geplatzten Herpesbläschen aus und verteilen sich dann um den infizierten Bereich herum (Lippen, Schamlippen, Scheide, Genitalbereich). Kommt man in direkten Kontakt mit diesen infektiösen Sekreten, z. B. beim Küssen, beim Geschlechts- oder Oralverkehr, können die Viren über kleinste Verletzungen der Haut oder Schleimhaut in den Körper eindringen.

Für eine Infektion mit Herpesviren im Genitalbereich sind Sexualkontakte mit einem Partner, der an Herpes genitalis leidet, der größte Risikofaktor. Beim Geschlechtsverkehr können die Viren direkt übertragen werden. Doch auch Oralverkehr birgt Risiken. Die Erreger werden dann von Herpesbläschen an den Lippen auf die Genitalien übertragen, oder umgekehrt. Herpesviren dringen bei einer Erstinfektion in Nervenendigungen ein und wandern an den Nerven entlang Richtung zentrales Nervensystem (Gehirn und Rückenmark). Die Viren setzen sich in den so genannten Nervenganglien ab. Das sind Knotenpunkte, an denen mehrere Nerven zusammenlaufen. Dort können sie ein Leben lang ausharren. Bei einer Schwächung des Immunsystems oder bei einer Reizung des befallenen Nervens, kann es zur Reaktivierung der Viren kommen. Eine erneute Bläschenbildung ist dann die Folge.

Geschlechtskrankheiten

Krankheiten, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden, bezeichnen Mediziner als „sexually transmitted diseases” (STDs) oder Geschlechtskrankheiten. Sie sind meist sehr ansteckend. Die Erreger können bei genitalem, oralem und analem Verkehr übertragen werden, bei manchen Erregern genügt auch körperlicher Kontakt wie Küssen oder das bloße Berühren infizierter Geschlechtsteile. Die Gefährdung besteht unabhängig von den angewandten Sexualpraktiken. Besonders betroffen sind Menschen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern.

Syphilis, AIDS und Hepatitis B gelten als die gefährlichsten sexuell übertragbaren Krankheiten. Eine unbehandelte Syphilis kann eine Demenz, Psychose, Schlaganfall oder eine fortschreitende Lähmung zur Folge haben. Bei der Aidserkrankung treten nach einer mehrjährigen Inkubationszeit Krankheiten auf, mit denen das geschwächte Immunsystem nicht mehr fertig wird. Trotz verbesserter Behandlungsmethoden verläuft Aids auch heute noch oft tödlich. Hepatitis B ist eine Viruserkrankung der Leber, die von Entzündungen bis hin zu einer Leberzirrhose führen kann. In der Mehrzahl der Fälle kann die Erkrankung geheilt werden, etwa 10% der Betroffenen erkranken jedoch chronisch und können Lebertumore oder Organversagen entwickeln. An Hepatitis B sterben jährlich mehr Menschen als zusammengenommen an allen anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen.

Gestose

Gestose ist ein Überbegriff für eine Reihe von Erkrankungen, die nur in der Schwangerschaft auftreten. Die Krankheitsbilder der Gestose können sich durch eine Reihe von unterschiedlichen Symptomen äußern. Sie können sowohl erstmals durch die Schwangerschaft entstehen, als auch auf zuvor bestehende Erkrankungen zurückgehen, die durch die Mehrbelastung des mütterlichen Organismus verstärkt werden. Die genauen Auslöser einer Gestose sind bis heute nicht geklärt.

Je nach Zeitpunkt des Auftretens erster Anzeichen unterscheidet man heute zwischen frühen und späten Gestosen. Zu den Frühgestosen gehören die Schwangerschaftsübelkeit in ihrer mäßigen (Emesis gravidarum) und extremen Ausprägung (Hyperemesis gravidarum). Zu den Spätgestosen zählt man die Präeklampsie und die schwerer verlaufenden Formen Eklampsie und HELLP-Syndrom sowie die so genannte Pfropfgestose.

Gonorrhoe

Die Gonorrhoe, auch Tripper genannt, ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Neisseria gonorrhoeae (Gonokokken) verursacht wird. Beide Geschlechter sind in etwa gleicher Häufigkeit betroffen, die Erkrankung erfolgt häufig im jungen Erwachsenenalter. Häufig wechselnde Geschlechtspartner und ein ungeschützter Verkehr führen zu einem erhöhten Erkrankungsrisiko. Bei Oral- oder Analverkehr kann sich der Erreger auch im Rachen oder Enddarm ausbreiten.

Bleibt eine Gonorrhoe unbehandelt, kann sie chronisch werden und zu Unfruchtbarkeit führen. Außerdem besteht die Gefahr, dass bei einer Geburt das Kind infiziert wird.

<< zurück zur Übersicht