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Scheidensenkung

Eine Scheiden- oder Gebärmuttersenkung liegt vor, wenn Scheide oder Gebärmutter tiefer in das kleine Becken eintreten als es ihrer natürlichen Beweglichkeit entspricht. Die beiden Organe können sich dabei getrennt oder gemeinsam absenken. Durch den aufrechten Gang zieht die Schwerkraft besonders an den inneren Geschlechtsorganen, die durch einen Bänderapparat im Becken festgehalten werden. Mit der Zeit und durch die fortwährende Belastung geben diese Bänder nach. Spätestens nach den Wechseljahren senken sich bei fast jeder Frau die Scheide und die Gebärmutter etwas ab.

Aber auch bei jüngeren Frauen kann es zu einer Senkung kommen, vor allem, wenn diese unter einem schwachen Bindegewebe leiden und keine ausreichend trainierte Beckenbodenmuskulatur entgegen zu setzen haben. Die Senkung kann vorübergehend auftreten und sich wieder zurückbilden (z. B. nach einer vaginalen Geburt) oder sich nach und nach entwickeln.

Nicht immer löst eine Scheidensenkung bei den Betroffenen Beschwerden aus. Je nach Empfindlichkeit suchen sie noch nicht einmal einen Arzt deswegen auf. Im schlimmsten Fall jedoch rutscht die Gebärmutter teilweise oder ganz aus der Scheide heraus (Uterusprolaps).

Spätgestose

EPH-Gestose, auch oftmals Schwangerschaftsvergiftung genannt, bezeichnet ein Krankheitsbild, das während der Schwangerschaft auftreten kann. Charakteristische Symptome für EPH-Gestose sind: Ödeme, Eiweiß im Urin und Bluthochdruck. Dazu können Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen sowie Sehstörungen auftreten. Der Begriff Gestosen wird für sogenannte hypertensive Schwangerschaftserkrankungen verwendet, früher als Spätgestosen bezeichnet. Hypertensive Schwangerschaftskrankheiten sind Krankheiten, die bedingt durch eine Schwangerschaft entstehen oder durch eine Schwangerschaft verstärkt werden und mit einem erhöhten Bluthochdruck bei der werdenden Mutter verbunden sind. Der Begriff EPH-Gestose setzt sich wie folgt zusammen: Edema (engl. für Ödeme), Proteinurie (Eiweiß im Urin) und Hypertonie (Bluthochdruck). Durch Bestimmung der Blut- und Leberwerte sowie durch Urinuntersuchungen bei der schwangeren Frau kann der Verdacht auf eine EPH-Gestose bestätigt oder ausgeschlossen werden.

Sterilität

Mediziner sprechen von einer primären Sterilität, wenn eine Frau trotz ungeschütztem Geschlechtsverkehr noch nie schwanger geworden ist oder ein Mann noch nie ein Kind gezeugt hat. Eine sekundäre Sterilität liegt dagegen vor, wenn nach einer früheren Schwangerschaft keine weitere zustande kommt. Der Begriff der Infertilität wird häufig synonym verwendet. Er beschreibt jedoch die Unfähigkeit einer schwangeren Frau, ein lebensfähiges Kind auszutragen. Mehrmalige Fehlgeburten deuten auf eine Infertilität hin.

Ist die Ausbildung abgeschlossen und der Einstieg ins Berufsleben geglückt, steht für viele Paare der Wunsch nach einer Familie an. Umso verzweifelter reagieren sie, wenn der ersehnte Nachwuchs ausbleibt. Die Diagnose „Sterilität” ist für die Betroffenen ein großer Schock, auf den Unverständnis, Scham- und Minderwertig­keitsgefühle folgen. Manche reagieren auch mit Wut auf den eigenen Körper, der nicht so funktioniert wie erwartet. So beginnt oft ein langer Leidensweg.

Viele Paare fragen sich, warum es ausgerechnet sie getroffen hat. Dabei ist Sterilität keine Seltenheit. Etwa 10 bis 15% aller deutschen Paare sind ungewollt kinderlos – die Dunkelziffer liegt weitaus höher. Meist wird eine ungewollte Kinderlosigkeit verschwiegen, oft auch innerhalb der eigenen Familie. Die Betroffenen haben das Gefühl, nicht mehr ganz „Frau” oder „Mann” zu sein. Wiederkehrende Fragen aus dem familiären Umfeld oder der Kindersegen bei Bekannten verstärken die Isolation eines kinderlosen Paares oftmals ungewollt. Daraus können massive soziale Probleme entstehen, welche die Partnerschaft auf eine harte Probe stellen.

Die heutige Medizin ist in der Lage, verschiedenste Ursachen für eine ungewollte Kinderlosigkeit zu erkennen und bietet vielfältige Möglichkeiten einer Sterilitätsbehandlung – eine Erfolgsgarantie gibt es jedoch nicht. Auch wird nicht in jedem Fall ein klarer Grund für die Unfruchtbarkeit entdeckt. Nur wenigen Paaren ist bewusst, dass die Behandlung meist sehr langwierig ist und die Frau oft körperlich an ihre Grenzen führt. Trotz der verbesserten Möglichkeiten der modernen Medizin kann der Kinderwunsch auch nach mehreren Behandlungsversuchen unerfüllt bleiben. Paare, die eine Sterilitätsbehandlung erwägen, sollten sich daher im Vorfeld genau über die Erfolgschancen und Risiken informieren. Auf Grund der seelischen Belastung kann eine begleitende psychologische Beratung hilfreich sein.

Syphilis

Die Syphilis, auch unter den Namen Lues, harter Schanker oder Ulcus durum bekannt, war lange Zeit eine Infektionskrankheit, die durch sexuellen Kontakt übertragen wird. Der Erreger der Syphilis ist das Bakterium Treponema pallidum. Es dringt durch kleinste Verletzungen der Schleimhaut oder Haut, z. B. im Genitalbereich, in den Körper ein. Die Krankheitserreger können aber auch durch direkten Kontakt mit infektiösem Blut (z. B. Spritzen, Blutkonserven) weitergegeben werden. Die Flüssigkeit absondernden Wunden der Haut oder Schleimhäute im Frühstadium der Erkrankung sind sehr ansteckend, im Spätstadium kommt es dagegen kaum mehr zu einer Weitergabe auf Kontaktpersonen.

Da das menschliche Immunsystem keine dauerhaften Abwehrkräfte gegen die Erreger entwickelt, kann man sich immer wieder anstecken. Eine durchgemachte Infektion schützt deshalb nicht vor einer erneuten Infektion.

Die Erkrankung kann sich in einer Vielzahl unterschiedlicher Krankheitszeichen äußern. Ihr Erscheinungsbild ist daher sehr variabel und kann von Fall zu Fall unterschiedlich sein. Sie verläuft meist in 3 Stadien, die durch mehr oder weniger lange Zeitintervalle voneinander getrennt sind. Etwa 3 Wochen nach der Ansteckung entsteht die Primäre Syphilis, nach ca. 9 Wochen die Sekundäre Syphilis. Die Tertiäre Syphilis kann erst nach vielen Jahren auftreten. Jede dieser Phasen kann fehlen oder so unauffällig sein, dass sie übersehen wird. Unbehandelt verläuft die Krankheit chronisch und kann zu schweren Organschäden bis hin zum Tod führen. Seit der Entdeckung des Penicillins ist die Krankheit jedoch sehr wirkungsvoll behandelbar. Auch deswegen hat die Syphilis an Schrecken verloren.

Die Syphilis kommt weltweit vor und kennt keine klimatischen, ethnischen oder geographischen Barrieren. In den westlichen Industriestaaten nahm die Häufigkeit der Erkrankungen seit Mitte der 70er Jahren des 20. Jahrhunderts stark ab. Seit Ende der 90er Jahre steigt die Zahl jedoch wieder an und erreichte 2002 den Wert von 2,8 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner. In Risikogruppen und in Ballungszentren mit stärkerer Zuwanderung aus Risikogebieten kann sie bis zu 10-mal häufiger auftreten als in ländlichen Gebieten, wo die Häufigkeit weit unter einer Erkrankung pro 100.000 Einwohner liegt. Seit einigen Jahren tritt sie zunehmend als Begleiterkrankung bei AIDS-Patienten auf. Besonders auffällig ist der starke Anstieg unter homosexuellen Männern in Ballungsräumen. Der Anteil der Männer an den gemeldeten Erkrankungen liegt inzwischen bei 85%. Diese Zunahme geht vor allem auf ungeschützten Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern zurück. Auch Prostitution spielt bei der Ausbreitung der Erkrankung eine wichtige Rolle.

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