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Weicher Schanker (Ulcus molle)

Ulcus molle ist eine Geschlechtskrankheit, die vor allem in den Tropen vorkommt, in Mitteleuropa ist sie sehr selten (ca. 4 Fälle pro 1 Mio. Einwohner). Der Erreger ist das Bakterium Haemophilus ducreyi, das über verletzte Haut oder die Schleimhäute in das Gewebe eindringt und bei der Infektion ein schmerzhaftes Geschwür an der Eintrittsstelle verursacht. Im Folgenden kommt es häufig zu einer Ausbreitung über die Lymphgefäße. Der Erreger wird in den meisten Fällen beim Geschlechtsverkehr übertragen, wobei Männer häufiger erkranken als Frauen.

Die Entzündung wird nach zwei bis zehn Tagen durch ein Knötchen sichtbar. Nach dem Aufbrechen dieser Papel entstehen daraus mehrere münzgroße, rot geränderte, schmerzhafte Geschwüre, die bluten und eitern können. Im Unterschied zur Syphilis treten die Symptome früher auf, der Wundgrund ist weicher und die Lymphknoten­schwellung schmerzhaft. Dennoch sollten Betroffene auf eine gleichzeitig vorliegende Syphilis untersucht werden.

Mit einer Antibiotikatherapie kann die Erkrankung erfolgreich behandelt werden. Dabei wird über eine Woche Erythromycin verabreicht. Eine Alternative ist die dreitägige Therapie mit Ceftriaxon. Da der Erreger bereits Resistenzen gegenüber Penicillin, Sulfonamiden und Tetrazyklinen entwickelt hat, können diese nicht zur Behandlung verwendet werden. Wenn der weiche Schanker unbehandelt bleibt, können Betroffene eitrige Entzündungen (Abszesse), Ausführungsgänge (Fisteln) und Harnröhrenverengungen (Strikturen) entwickeln.

Uterus

Der Uterus, oder deutsch die Gebärmutter, ist das weibliche Geschlechtsorgan, in welchem die befruchteten Eizellen vor der Geburt zu einem Embryo bzw. Fetus heranreifen.

Die Gebärmutter ist vor der Pubertät relativ klein, wird danach ca. 5-10 cm groß und dehnt sich während der Schwangerschaft stark nach oben und den Seiten aus. Sie kann dann bis über den Bauchnabel stehen. Nach der Entbindung kontrahiert sich die Muskulatur des Uterus in kurzer Zeit stark und bewirkt so eine rasche Verkleinerung des Organs. Nach der Menopause wird der Uterus nochmals kleiner.

Die Form des Uterus ähnelt einer auf dem Kopf stehenden Birne, und hat am oberen Gebärmutterende, dem Fundus uteri, zwei seitliche Ausläufer, die Eileiter. Der Uterus ist ein muskelstarkes Hohlorgan, das sich anatomisch in folgende Bestandteile gliedern lässt:

Fundus uteri (Gebärmutterfundus)
Corpus uteri (Gebärmutterkörper)
Isthmus uteri (Gebärmutteristhmus)
Cervix uteri (Gebärmutterhals)
Portio (Muttermund)

Das Innere des Uterus wird als Gebärmutterhöhle oder Cavum uteri bezeichnet. Es enthält die Gebärmutterschleimhaut, das so genannte Endometrium.

Die Lage des Uterus kann individuell sehr unterschiedlich sein. Ist der Uterus nach vorne gebogen, spricht man von einer “Anteflexion”. Sie stellt die häufigste Lagevariante dar. Ist der Uterus nach hinten gebogen, spricht man von einer “Retroflexion”. Weitere Lagevarianten sind die “Anteversion” und die “Retroversion”.

Uteruskarzinom

Gebärmutterkörperkrebs, auch Gebärmutterkrebs, Korpuskarzinom oder Endometriumkarzinom genannt, ist die häufigste bösartige Erkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane und die vierthäufigste, nur bei Frauen auftretende Krebserkrankung. In Deutschland gibt es ungefähr 10.000 Neuerkrankungen pro Jahr.

Neuerkrankungen treten in drei von vier Fällen nach den Wechseljahren, meist in einem Alter zwischen 60 bis 80 Jahren auf. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an Gebärmutterkörperkrebs zu erkranken.

Gebärmutterkörperkrebs geht von der Schleimhaut des Gebärmutterkörpers (Corpus uteri) aus. Ist dagegen der Gebärmutterhals betroffen, spricht man von Gebärmutterhalskrebs bzw. Zervixkarzinom.

Erste Krankheitszeichen sind Blutungsstörungen; nach den Wechseljahren ist jede Blutung verdächtig und muss beim Frauenarzt abgeklärt werden.

Gebärmutterkörperkrebs hat eine relativ gute Prognose, solange er rechtzeitig erkannt wird.

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